Exkursion Eberswalder BDF Senioren zum Thema  Erneuerbare Energien

 

Zu diesem etwas futuristischen Thema hatte Paul Hauenschild am 03.07.2012  die  Seniorinnen und Senioren der BDF-Basisgruppe Eberswalde eingeladen.
Begrüßt wurden wir von den Leitern Frau Constanze Simon und Herrn Bernhard Huhn am Sitz der im Zuge der Forstreform neu eingerichteten Hoheitsoberförsterei Eberswalde. Eine Schwerpunktaufgabe ist die hier neu installierte Waldbrandüberwachungszentrale. Beeindruckend, besonders für uns „ Ältere“, wie an 4 PC-Arbeitsplätzen 20 Feuerwachtürme zentral, kameragestützt, überwacht werden können.
Herr Huhn erklärte die neue Struktur im Landesbetrieb Forst Brandenburg und die speziellen Aufgaben der Hoheitsoberförsterei. Besonders über die Trennung von hoheitlichen und betrieblichen Aufgaben wurde rege und kontrovers diskutiert. 

Exkursion Eberswalder-BDF Senioren

Die BDF-Seniorengruppe vor der Oberförsterei Eberswalde mit dem in der Markterprobung befindlichen, wasserstoffgespeisten Brennstoffzellen - Opel „Hydrogen4“ mit Elektroantrieb.

Fotos: Lothar Krüger

 

Windenergielösungen im Wald 

Anschließend gab Herr Lothar Krüger (wissenschaftlicher Leiter Holzmobilisierung am LFE) am Beispiel des Bürgerwindparks Hilchenbach (NRW) eine Einführung in das Exkursionsthema Windenergielösungen im Wald. Entsprechend der Energiestrategie 2020 des Landes Brandenburg sind seit 2011 auch geeignete Waldstandorte für Windkraftanlagen auszuweisen. Über das Ausweisungsverfahren und dessen derzeitigen Stand gab uns Frau Simon Auskunft. Hoch interessant dazu auch der Beitrag aus Sicht eines Privatwaldbesitzers. Herr Dr. Gernod Bilke als Verpächter von Waldflächen für Windkraftanlagen berichte, wie auf kurzem Weg aus Windkraft Strom erzeugt werde, der regional verbraucht und durchaus auch ein finanzielles Standbein für junge Familien sein kann.
Aber unser nächstes Highlight wartete schon. Herr Gerard Planche von der Opel-AG stellte uns den in der Markterprobung befindlichen, wasserstoffgespeisten Brennstoffzellen - Opel „Hydrogen4“ mit Elektroantrieb vor. Und wir konnten Probe fahren! Einstimmiges Ergebnis: Klasse Auto, total umweltfreundlich - nur liegt die preislich beschaffbare Serienproduktion nicht mehr im „Umtriebszeitalter“ der meisten von uns. 

Hybridkraftwerk im Probebetrieb

Anschließend stand der Besuch der Firma ENERTRAG in Dauerthal bei Prenzlau an. Im hochmodernen Firmensitz  stellten uns der Projektleiter Deutschland, Herr Christen und Herr Döring das Firmenkonzept, seine Bestandteile und Ziele vor. Als ein führender Projektentwickler für Kraftwerke aus erneuerbaren Energien hat das Unternehmen zurzeit 430 Mitarbeiter, betreut 1300 Windkraftanlagen und 500 km eigenes Netz. Ein Hauptproblem ist die Speicherung der Überschussenergiemengen aus Windkraftanlagen. Die praktische Lösung fand ENERTRAG mit dem weltweit ersten, im Probebetrieb befindlichen, Hybridkraftwerk. Hier wird aus Windstrom und Wasser durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und anschließend gespeichert. Hier schloss sich für uns wieder der Kreis zum Opel „Hydogen 4“ der genau mit dem hier erzeugten Wasserstoff betankt wurde. Eine weitere Nutzungsmöglicht des mit Windkraft erzeugten Wasserstoffs ist die Mischung mit Biogas aus einer ebenfalls zum Kraftwerk gehörenden Biogasanlage. Dieses Gemisch kann dann ohne weiteres ins öffentliche Gasversorgungsnetz eingespeist oder über ein Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt werden.  

Besuch der Firma ENERTRAG, die das Problem der Speicherung der Überschussenergiemengen aus Windkraftanlagen mit dem weltweit ersten, im Probebetrieb befindlichen, Hybridkraftwerk löst.

Foto: Harry Haase

 

Entstehung des neuen Informations- und Beratungszentrum für erneuerbare Energien in Eberswalde

Nach der Rückkehr ins Wald-Solar-Heim Eberswalde gab uns Herr Krüger noch Informationen zum neuen Informations- und Beratungszentrum für erneuerbare Energien, dass im Moment in Eberswalde als deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt gebaut wird.
Eindrucksvoll konnten wir auf dieser Exkursion erleben, dass das Ende der fossilen Brennstoffe keine Katastrophe an sich darstellt, sondern dass mit der Nutzung erneuerbarer Energien bereits heute eine praktikable und nachhaltige Lösung der Energiefrage zur Verfügung steht.
Am Ende des Tages waren wir alle, selten wie nie zuvor, optimistisch gestimmt.

Wir bedanken uns bei allen Akteuren für die Gestaltung dieses erlebnisreichen Tages. 

Harry Haase
BDF – Seniorengruppe Eberswalde

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