Öffentlicher Forstbereich wird kaputt gespart
dbb-Landesvorsitzender im Gespräch mit André Jander (BDF) 

Am 14. August 2012 kam es zu einem ersten Treffen des Landesvorsitzenden des dbb brandenburg, Ralf Roggenbuck mit dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Forstleute, André Jander (BDF). Der BDF ist eine der mitgliederstärksten Gewerkschaften unter dem Dach des dbb brandenburg, welche Forstleute, Waldarbeiter und Mitarbeiter/innen im Landesforstbetrieb Brandenburg und darüber hinaus organisiert. 

Gegenstand des Gespräches waren die „Forstreform“ und die damit in Zusammenhang stehende Personalbedarfsplanung 2018. Der BDF-Landesvorsitzende stellte fest, dass die Motivation der MitarbeiterInnen durch die Reform gegen Null tendiert. Der geplante Stellenabbau von 2.200 auf 1.516 bis 2014 und weiter auf 1.050 Beschäftigte bis 2018 wirkt sich katastrophal auf die Aufgabenerfüllung im hoheitlichen und Gemeinwohlbereich und auf die Arbeitsfähigkeit der forstlichen Betreuung der privaten Waldbesitzer und des Landeswaldes aus. Sogar Bereiche, in denen Einnahmen für das Land Brandenburg erzielt werden könnten, wie z. B. bei der Beförsterung des Privatwaldes und kommunaler Forstbetriebe etc. können nicht mehr bedient werden. Viele Aufgaben wie die der Öffentlichkeitsarbeit, der Waldpädagogik, des Forstschutzes und des Naturschutz etc. werden nur noch ungenügend erfüllt werden können. Es kann nur noch Dienst nach Vorschrift geleistet werden. 

Brandenburg hat neben seinen Menschen von Natur aus nur wenige Ressourcen, darunter den Rohstoff Holz. „Wir sind der Beginn einer Wertschöpfungskette“, so André Jander. „Die Holzmobilisierung der Nutzungsreserven im (Klein)Privatwald kann nur gemeinsam mit Forstleuten im öffentlichen Dienst erfolgreich durchgeführt werden. Die Bevölkerung hat großes Vertrauen in die öffentliche Forstverwaltung,“ so Jander weiter. Außerdem seien für private Forstunternehmen Kunden mit Waldflächengrößen von durchschnittlich 3,0 ha nicht profitabel. Das zusätzlich mobilisierte Holz wird in ländlichen Regionen weiterverarbeitet, hier finden Sägewerke, Schreiner, Bauunternehmer mit ihren Familien ein Auskommen. Durchschnittlich werden pro zusätzlich geschlagenem Festmeter Holz 70 Euro zusätzlicher Steuereinnahmen generiert. BDF und dbb brandenburg erwarten deshalb von der Landesregierung, dass diese unsäglichen Personaleinsparungen zurück genommen werden. Außerdem darf der Forstbereich keinesfalls kommunalisiert werden, da die Erfahrung lehrt, dass dies mit weiteren Personaleinsparungen und der Zerschlagung forstlicher Kompetenz sowie effektiven Verwaltungshandelns verbunden ist. 

Ralf Roggenbuck: „Leider nutzt der Dienstherr nicht die durchaus bestehenden Möglichkeiten, das vorhandene Personal in anderen Forstbereichen einzusetzen. Stattdessen will man einfach nur Arbeitsplätze abbauen und glaubt so zu sparen“. 

Weitere Gegenstände des Gesprächs waren der sehr hohe Altersdurchschnitt von über 50 Jahren im forstlichen Bereich und der dadurch dringend notwendige Einstellungskorridor (auch wenn die Personalzielzahlen noch nicht erreicht sind) sowie die Pflicht zur Gesundheitsfürsorge des Arbeitgebers. 

Die Beteiligten waren sich einig, hinsichtlich der Personalbedarfsplanung 2018 im Forstbereich weiter im Gespräch zu bleiben.

 

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