Landesgewerkschaftstag des BDF Brandenburg-Berlin in Lübbenau

Katastrophenmanagement in der Forstwirtschaft

 

 

Unter der Überschrift „Katastrophenmanagement in der Forstwirtschaft“ fand am 18. Oktober, im Großen Saal des Rathauses in Lübbenau der Landesgewerkschaftstag 2018 statt. Das Motto beschreibt im doppelten Sinne die Verhältnisse in der Brandenburger Forstverwaltung. Einerseits stellt es die Herausforderungen, vor der der Landesbetrieb Forst aufgrund der biotischen und abiotischen Ereignisse steht, dar, andererseits das eisige Verhältnis der Landesregierung zu ihren eigenen Förstern.

Und so wundert es kaum, dass der Große Saal des Rathauses in Lübbenau zum öffentlichen Teil der Veranstaltung bis auf den letzten Stuhl besetz war. Leider hielt es keiner der „großen Reformer“ in der Landesregierung für nötig den Forstleuten Rede und Antwort zu stehen. An deren Stelle konnten wir den Vizepräsidenten des Brandenburger Landtages Dieter Dombrowski, den Oppositionsführer und CDU-Fraktionsvorsitzenden im Brandenburger Landtag, Ingo Senftleben sowie die Mitglieder des Ausschusses für Ländliche Entwicklung, Wolfgang Roick (SPD) und Anke Schwarzenberg (Linke) begrüßen.

 

Uwe Engelmann, Vorsitzender des BDF Brandenburg-Berlin
Fotonachweis: v. Keller

  In seiner Eröffnungsrede dankte der Vorsitzende des BDF Brandenburg-Berlin allen für ihr Kommen und ausdrücklich und stellvertretend der Vertreterin der Linken aus dem Brandenburger Landtag, Anke Schwarzenberg, für deren mutiges Auftreten wider den großen Koalitionspartner, was zum Stopp der Kommunalisierung in Brandenburg führte. Einem Kampf dem auch die Hauptanstrengung des BDF in den letzten Jahren galt.

 

Dem folgten Grußworte von Helmut Wenzel, Bürgermeister der Stadt Lübbenau/Spreewald, Dieter Dombrowski, MdL und Vizepräsident des Landtages Brandenburg, Stephan Loge, Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald und unseres Bundesvorsitzenden Ulrich Dohle.
Alle stellten fest, wie unersetzlich eine funktionierende und personell gut ausgestattete Forstverwaltung für die aktuellen und kommenden Herausforderungen in den Wäldern Brandenburgs hinsichtlich des Klimawandels sein wird.

Wie Katastrophenmanagement aussehen kann, erläuterten die eingeladenen Referenten in ihren Impulsreferaten.
In Vertretung von Dr. Dirk Soike vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit, referierte Diana Holland über die Herausforderungen, die ein Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Deutschland mit sich bringen würde.
Michael Kopka, zuständig für Wald- und Forstschutz im Landesbetrieb Forst Brandenburg, erläuterte die Probleme und deren Lösung, die im Zusammenhang mit der koordinierten Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Brandenburg auftraten.
Als dritter Impulsreferent sprach Dr. Christoph Hartebrodt, Leiter der Abteilung Forstökonomie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg, über Risiko und Krisenmanagement als neue forstliche Kernkompetenzen in Zeiten des Klimawandels.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter dem Motto „Forstleute in Krisensituationen und Veränderungsprozessen am Beispiel des Landesbetriebes Forst Brandenburg“ stellten sich die MdL Anke Schwarzenberg (Linke), Wolfgang Roick (SPD) und Ingo Senftleben (CDU) einerseits und Dr. Hartebrodt (Uni Freiburg) Uwe Engelmann und Martin Krüger aus dem BDF Landesvorstand unter Moderation von Gregor Beyer den Fragen der anwesenden Forstleute. Im Laufe der Diskussion wurde von allen Anwesenden anerkannt, dass der Stellenabbau in den Brandenburger Forsten gestoppt und umgekehrt werden muss. Ohne einen echten Einstellungskorridor von jungen Forstleuten wird die Brandenburger Forstverwaltung die kommenden klimatische Umbrüche nicht meistern können, auf welche Trockenheit und verheerende Waldbrände in diesem Jahr einen Vorgeschmack gaben. 

 

 


v. l. n. r. Dr. Hartebrodt, Wolfgang Roick, Gregor Beyer, Ingo Senftleben, Anke Schwarz, Martin Krüger                                       Fotonachweis: Lothar Krüger

 

 

Uwe Engelmann bedankte sich in seinem Schlusswort für die angeregten Diskussionen. Erneut forderte er von der Landesregierung sich ihrer Verantwortung für die Brandenburger Wälder endlich zu stellen.

Im anschließenden geschlossenen Teil entlasteten die Delegierten den alten Vorstand und dankten für dessen Einsatzbereitschaft und Arbeit. Dabei wurde als besonderer Erfolg von Mitgliedschaft und Vorstand der Stopp der Kommunalisierung der Forstverwaltung hervorgehoben.

Der neue Landesvorstand: v.l.n.r. Guido Weichert, Elmar Kilz, Martin Krüger, Sonja Koch, Uwe Engelmann, Uwe Honke                                                                                                                 Fotonachweis: Lothar Krüger

In der anschließenden Wahl bestätigten die Delegierten Uwe Engelmann und Martin Krüger als Vorsitzende. Sonja Koch, Elmar Kilz und Steffen Kalisch wählten die Delegierten zu deren Stellvertretern. Guido Weichert wurde zum Schatzmeister, Uwe Honke zum Landesredakteur, Sylvia Arlt, Christel Jander und Gabriele Lesiewicz zu Rechnungsprüfern gewählt.

 

 

 

Mit einem guten Gefühl, stolz auf das in den letzten Jahren erreichte und bedingt optimistisch hinsichtlich der Meisterung der kommenden Herausforderungen, verließen die Delegierten den Gewerkschaftstag. Auch in der nächsten Legislatur wird der Kampf gegen weiteren, verdeckten Stellenabbau und um die Verjüngung der Landesforstverwaltung im Mittelpunkt der Aktivitäten des BDF Brandenburg-Berlin stehen.